Die Wintermission

Es war Ende 2017 und ich ließ das Jahr Revue passieren, um mir neue Ziele für das kommende Jahr 2018 zu setzen. 2017 war zwar ein recht erfolgreiches Karpfenjahr, jedoch wollte ich 2018 kontinuierlich Fische fangen, sowie den Dicksten aus einem meiner Hausgewässer. Diese zwei Ziele konnte ich bis Ende November erreichen, jedoch begann nun der Winter. Meine Bläääänkzeit !
Und an genau diese Zeit richtete sich mein drittes Ziel, einen Winterkarpfen zu fangen. Dies ist mir bisher noch nie geglückt und auch im Jahr 2017 blankte ich mehr als 12 Sessions im Winter. Aber irgendwie musste es doch gehen im Winter einen Karpfen zu fangen. Doch wie?

Bereits am Ende des Herbstes suchte ich mein kleines Hausgewässer mit ca. 3ha auf. Dies weist einen recht hohen Karpfenbestand auf, was meinem Ziel in die Karten spielen sollte. Als ich am 17. November einen Karpfen fing war ich schon mega glücklich, da das Wasser nur noch 6,5 Grad hatte, weshalb sich die Fische im Winter nicht sehr weit von dem Spot entfernt aufhalten sollten. So zumindest die Theorie. Dieser Spot war ein ca. 5 Meter breites Krautloch in 3,4 Meter Wassertiefe. Der See weist zwar auch tiefere Stellen auf, da ich jedoch die Jahre zuvor an diesen blankte, wollte ich mal etwas neues ausprobieren.

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Meine Euphorie über den Fisch war nach den folgenden Sessions jedoch schnell verflogen. Denn ich blankte Session für Session. Am Ende waren es bereits ganze 6 Nächte! Aus Verzweiflung probierte ich neue Rigs, Köder und Spots aus ,doch es sollte einfach nicht sein mit dem Winterkarpfen.

Aber Aufgeben war für mich auch keine Option, weshalb es nun hieß dranbleiben! Kurz vor Weihnachten hatte ich mir unter anderem auch noch eine neue große Liege gekauft und zu Weihnachten bekam ich noch eine neue Kamera geschenkt. Diese neuen Gerätschaften wollte ich natürlich sofort am Wasser testen am besten bei einer schnellen Nacht. Doch ich stellte mir auch noch die Frage was ich nun anders machen könnte, um doch noch meinem Winterkarpfen zu fangen? Denn wenn ich so weitermache wie bisher, werde ich auch 2018 keinen Winterkarpfen fangen. Ich beriet mich mit meinem Kumpel und wir entschlossenen uns an ein anderes Gewässer zu fahren. Dies war zwar deutlich größer und der Fischbestand war auch nicht so interessant, wie in dem kleinen See, aber ein Versuch war es doch wert. Die Spotwahl war dort relativ eingeschränkt, da sich auf dem See eine Wasserskianlage befand und man deshalb nur wenige Bereiche befischen konnte. Ich entschied mich am 25. Dezember einmal die Lotrute und die Spodrute in die Hand zu nehmen um vielleicht mir noch unbekannte kleine Löcher zu finden und zu befüttern. Erfreulicherweise fand ich sogar eine kleine Rinne die sich fast mitten im See befand. Diese war zwar nur 40 Zentimeter tiefer als der restliche Grund dort und nur knapp 4 Meter breit, jedoch kann so ein kleines Feature den langersehntes Winterkarpfen bringen. Um die Chance auf einen Karpfen noch zu erhöhen, wollte ich dort etwas Futter ausbringen. Dies sollte hochattraktiv sein die Fische jedoch nicht stark sättigen. Ich entschied mich hierbei für einen Mix bestehend aus gechrushten White Perle X Boilies, Haferflocken, Milch, Boilie Pellets, Birdfruit Pineapple Baitpaste und dem Corn Steep Liquid. Von diesem brachte ich jeden Tag circa 500 Gramm an den Spot. Nach drei Tagen füttern war nun der 28. Dezember gekommen und es ging für mich um 13 Uhr an den See. Die Bedingungen waren zwar nicht ganz optimal da wir teigenden Hochdruck hatten, jedoch war ich aufgrund der guten Vorbereitung sehr positiv gestimmt.

2Nun stellte sich jedoch mal wieder die Frage welches Rig und welchen Hakenköder ich fischen sollte. Die letzten Male hatte ich es mit Single Pop Up probiert , jedoch leider ohne Erfolg. Deshalb wollte ich es dieses mal wieder mit meinem absoluten Lieblingsköder dem White Perle X in 15 mm in Kombination mit einem pinken Pop Up probieren.

3Um jedoch noch mehr Attraktion am Hakenköder zu haben ummantelte ich den Snowman mit der Birdfruit Pineapple Bait Paste und hing zusätzlich einen PVA Sack an den Haken. Diesen befüllte ich mit gecrushten White Perle X Boilies und den White Perle X Boilie Pellets, sowie den Big Water Selektion Boilie Pellets. Damit die Attraktion jedoch noch größer ist, benutze ich den Sweet Butternut X-Plosive Baitsmoke welcher mir im Jahr 2018 auch schon zu dem ein oder anderen Bonusfisch verholfen hat.

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Diese Attraktionsbombe warf ich sehr präzise in die Rinne. Meine zweite Rute bestückte ich genauso und warf sie jedoch an eine stark abfallende Kante (von 2 auf 5 Meter) welche sich näher zum Ufer hin befand.

67Nach bereits kurzer Zeit bewegte sich der Bobbin der Rute die in der Rinne lag. Er wanderte jedoch immer nur ganz kurz nach oben und dann wieder nach unten. Dies fand ich extremst merkwürdig da kein Wind auf dem See lag. Das ging dann den kompletten Nachmittag so bis es schließlich dunkel wurde. Wir bekamen langsam
Hunger und ich machte uns ein paar sehr leckere getoastete Sandwiches. Nun hoffte ich das die Fische genauso dollen Hunger wie wir hatten.

8Danach schauten wir uns noch einen Film an und quatschten ein wenig über das vergangene Karpfenjahr und welche Ziele man für`s nächste Jahr hat, bis wir dann gegen 23 Uhr gut gestärkt in unsere Zelte gingen. Ich schlief sehr schnell ein bis ich dann um 1:27 Uhr von einem schreienden Delkim geweckt wurde. Zuerst klang der
Biss sehr nach einer Brasse, da sich der Bobbin nur nach oben und unten bewegte.
Als ich dann jedoch in meinen Schuhen war fing die Bremse der Rolle an richtig stark zu kreischen. Ich nahm die Rute schnell auf und der Drill konnte beginnen. Die Schläge des Fisches ließen auf ein eher kleines Exemplar deuten, was mir jedoch
egal war da ich ,,einfach” nur mein Winterkarpfen fangen wollte. Doch auf einmal legte der Fisch eine extremst starke Flucht hin. Die Fox Warrior S in 3 lbs boog sich bis ins Handteil durch da der Fisch unbedingt in eine Rampe flüchten wollte. Leider konnte ich es nicht verhindern und spürte wie sich meine Schnur an den
scharfkantigen Stahlseilen rauf und runter bewegte. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit bis die Schnur reißen würde. Doch plötzlich spürte ich wie der Fisch aus dem Hindernis heraus schwamm. Nun kam der Fisch sehr gut mit und drillte fast gar nicht mehr bis mein Kumpel ihn dann sicher keschern konnte. Vor lauter Freude
musste ich einen kleinen Freudenschrei abgeben. Da mein Kumpel und ich am nächsten Morgen gute Fotos mit der neuen Kamera machen wollten packten wir ihn erstmal in die Sling. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht warf ich die Rute wieder perfekt auf ihre 22,5 Rutenlängen in die Rinne. Um 4 Uhr wanderte der Bobbin noch
einmal nach oben aber das war’s dann auch. Immer noch mega happy machten mein Kumpel und ich am nächsten Morgen ein paar coole Fotos von dem Fisch. Er ist zwar wirklich kein Riese aber dafür ist meine Freude unbeschreiblich.

9Und der Winter ist noch nicht vorbei von daher werde ich weiter Gas geben und
vielleicht lässt sich ja doch noch einer zum Biss überreden. Nun weiß ich ja wie es
geht!

Peer Bannow

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