„Hook and Hold“

„Hook and Hold“

 

Das Fischen an hindernisreichen Gewässern ist sicherlich so eine Sache für sich. Doch gerade diese Hindernisse sind oftmals Hot Spots für unsere Angelei.1

Viele Angler schrecken zum Beispiel davor zurück, Ihre Montagen in der Nähe, oder sogar direkt an solchen Brennpunkten abzulegen. Ein gutes Beispiel dafür ist Totholz oder ins Wasser hängende Bäume.

Hier suchen die Fische tagsüber Schutz, dort liegen ihre Ruhezonen. Immer wieder kann man Karpfen dabei beobachten, wie sie sich im Schutze des Gehölzes die Sonne auf den Buckel scheinen lassen.

„Da muss ich angeln“, wird sich ein jeder denken. Doch diese Angelstellen bieten auch ein großes Risiko.2 Ein gehakter Fisch wird garantiert nach dem Anbiss ins Geäst flüchten, um Schutz zu suchen. Selbst wenn der Biss 20 – 30 Meter entfernt stattfindet, so wird er mit allen Mitteln versuchen, ins Holz zu flüchten.

Mit normalem Gerät sind die Chancen, den Fisch sicher zu landen, verschwindend gering. Hier muss robustes Material her, um ihn entweder vom Totholz fern zu halten, oder aber ihn sicher aus dem Gehölz herausdrillen zu können.

Grundsätzlich baue ich mein Camp bei dieser Art der 3Angelei so auf, dass die Ruten quasi „in“ meinem Zelt stehen. So verliere ich keine Zeit und kann bei den ersten Piepsern des Bissanzeigers die Rute aufnehmen.

Die Hardware

Um unseren Kontrahenten ausreichend Paroli bieten zu können, nutze ich Ruten mit einem starken Rückgrad und einer Testkurve von 3,5 Lbs. Hinzu kommt eine stabile Rolle mit gut arbeitendem Bremssystem.

Schlagschnur

Es empfiehlt sich, eine kräftige, monofile Schlagschnur zu verwenden. Ich benutze dazu die „Fox Snag Leader Line“ in 45 Lbs und einem Durchmesser von 0,60 mm. Dieser Leader ist enorm abriebfest und schneidet nicht in die Äste ein, wie es bei einer geflochtenen Schnur der Fall wäre. Da der Karpfen schon mal einige Meter unseres Leaders mit ins Holz hinein ziehen kann, sollte unsere Schlagschnur lang genug gewählt werden. Ich fische gute 15 m von dem robusten Material, danach folgt die Hauptschnur in einer Stärke von 0,35 mm.

Als Verbindungsknoten kommt der „Doppelte Grinner“ zum Einsatz.

Safety Clip System

Um zu verhindern, dass sich das Blei während des Drills in einer Astgabel verfängt, und um im Falle4 eines Schnurbruches den Fisch nicht mit dem Blei herum schwimmen zu lassen, findet ein so genanntes „Safety Clip System“ Verwendung. Hierbei wird das Wirbelblei beim Anbiss aus dem Safety Clip gelöst und der Fisch kann von Beginn an ohne das Blei an der Rute gedrillt werden.

Stabile Greifer

Da wir von Beginn an starken Druck auf den Fisch ausüben müssen, benötigen wir extrem stabile Haken und Vorfachmaterialien.

Bei mir kommt beim so genannten „Hook an Hold“ angeln der Prologic XC5 in der Größe 2 zum Einsatz. Dieser Haken ist sehr dickdrähtig und äußerst stabil.

Ich fische seit einiger Zeit mit gutem Erfolg Kombi Rigs aus Fluo Carbon und weichem Hooklink. Bei diesem Rig besteht der größte Teil aus stabilem, abriebfestem Fluo Carbon. Lediglich die letzten 2-3 cm vor dem Haken sind aus dem weichen Vorfachmaterial gebunden, um dem Haken mehr Beweglichkeit zu verleihen.

Die verschiedenen Materialien verbinde ich mit dem „Albright Knoten“. Auf dem Knoten befestige ich noch etwas Knetblei, um den Hakeffekt noch etwas zu verbessern.

Da die Fische oftmals aus dem Holz heraus gedrillt werden müssen, wird der Leader stark in 5Mitleidenschaft gezogen. Daher empfiehlt es sich, die Schlagschnur nach jedem gefangen Fisch auf Beschädigungen zu kontrollieren und ggf. zu erneuern. Eine übersehene schadhafte Stelle kann im schlimmsten Fall beim nächsten Drill durch einen Schnurbruch zum Fischverlust führen.

Wenn man sein Gerät und seine Angelei also der Situation entsprechend anpasst, kann man an solch Erfolgversprechenden wie auch gefährlichen Hot Spots dennoch sein Ziel erreichen.

 

Beste Grüße, Felix

 


 

 

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2 Responses to „Hook and Hold“

  1. Anna sagt:

    Vielen dank für die tollen Informationen. Ich als Frau Angel auch ziemlich gern nur leider konnte ich bis jetzt noch keinen großen Fisch fangen.
    Gruß Anna

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