Vallee Lake 1 – Perle der Normandie

Wir befinden uns schon auf der Rückreise aus dem gelobten Land. Wo ist nur die Woche geblieben?! Viel zu schnell ging die uns zur Verfügung stehende Zeit vorüber. Beim Blick aus dem Autofenster zeigte sich die französische Normandie von ihrer schönsten Seite. Geprägt durch 20150518_083000 [1024x768]Hügellandschaften und viel Wasserfläche ließ ich den besonderen Charme der Region auf mich wirken. Dabei schwelgte ich in Erinnerungen der wunderbaren Zeit und einzigartigen Augenblicke welche wir am Vallee Lake 1 verbracht haben. Aber der Reihe nach…

Gemeinsam sind wir von Carpers on Dyke Baits in Person von Marco Willms, Jannes Kramer, Dennis Janssen und meiner Wenigkeit, Heiko Olthoff, Sonntags Abend in Ostfriesland aufgebrochen und erreichten nach gut 10-stündiger Autofahrt den Vallee Lake. Wir konnten es kaum erwarten das Seegrundstück zu betreten. Allein der Anblick des knapp 4 ha großen See´s, eingebettet in den Hügeln der Normandie, ließen die Vorfreude unheimlich steigen, endlich mit dem Fischen zu beginnen.

Wir wurden vom Besitzer Mark freundlich begrüßt und erhielten die Einweisung für die Angelei am See. Das Fischen an dem Gewässer ist sehr anspruchsvoll und mit klassischen englischen Seen zu vergleichen. Die Swims sind allesamt mit Kies und Holz präpariert. Komfort vom feinsten und etwas Besonderes für uns gegenüber der alltäglichen Angelei am Fluss oder Kanal. Der Fischbestand weist ein phänomenales Durchschnittsgewicht von über 35pfd auf. Sogar Karpfen von über 30kg ziehen ihre Bahnen im See. Jedoch ist es alles andere als einfach, diese zum Landgang zu überreden. CIMG1957 [1024x768]Da das Gewässer wenig Struktur im Bereich unseres Swim 3 aufwies, wo Jannes und ich gemeinsam fischten, haben wir uns mit Hilfe der Lotrute mit dem Gewässer vertraut gemacht und konnten interessante Kiesbänke ausmachen. Zudem befanden sich zu unserer linken bzw. rechten Seite überhängende Bäume am eigenen Ufer. Bei Dennis am Swim 4 war ein Plateau in gut 50m Entfernung der Hotspot und bei Marco am Swim 5 eine mit überhängenden Bäumen bewachsene Insel, welche ihm viele Möglichkeiten zum Befischen bot.

Leider war die Wetterlage alles andere als beständig. Im Wechsel gab es Sonne, Regen, sogar Hagel und Gewitter ließenCIMG2005 [1024x768] bei unseren beschuppten Freunden keinen Appetit aufkommen. Am ganzen See wurde nur vereinzelt gefangen. Die Engländer neben uns, welche eine komfortable Lodge direkt am Wasser gebucht hatten, nutzen ihr Privileg, einen größeren Bereich befischen zu dürfen und konnten so die wenigen, fressenden Karpfen überlisten. Bei uns hingegen war der Fangerfolg überschaubar.

Daher haben wir mit wenig, aber qualitativem Futter gearbeitet und unsere C.o.D. – Baits sparsam eingesetzt. Nach der Devise, erst die Fische finden und bei Erfolg nachfüttern. Bei Dennis ging der Plan auf und er konnte am ersten und zweiten Morgen jeweils einen kampfstarken Schuppenkarpfen überlisten. Was haben wir uns gefreut über diese Fänge, da es immer was Besonderes ist an so einem anspruchsvollen See erfolgreich zu sein.

Am vorletzten Morgen war es auch an meiner rechten Uferrute soweit. Um 07:00 riss mich der Bissanzeiger aus dem CIMG1985 [1024x768]Schlaf und ehe ich mich versah, stand ich mit krummer Rute am See. Das herrliche Panorama der aufgehenden Sonne, welche den Nebel Stück für Stück verdrängte, zu spüren dass sich ein gewichtiges Exemplar über unsere C.o.D. – Baits hergemacht hat, macht diesen Moment unvergesslich für mich. Es war nahezu unmöglich den kampfstarken Fisch von der Flucht ins „Unterholz“ abzuhalten. … und so kam es leider auch… Der Karpfen hat sich in den Ästen unter Wasser festgesetzt. Ohne die Unterstützung meiner Freunde war es nicht möglich, den Fisch frei zu bekommen. Kurzerhand besorgte Dennis das für diese Fälle zur Verfügung stehende Ruderboot, Jannes versuchte vom Ufer mit dem Kescherstab irgendwie an die Schnur zu gelangen und ich hielt vom Swim 3 aus Spannung auf der Rute ohne zu viel Druck auszuüben. Gefühlt war ich in dem Moment ein nervliches Wrack und wartete nur darauf, von Dennis mit dem Boot eingesammelt zu werden. Anschließend ging es mit dem Boot gute 80m am eigenen Ufer entlang der überhängenden Bäume Richtung des festsitzenden Karpfens. Gemeinsam konnten wir den Schnurwinkel so verändern, dass sich der Fisch befreien konnte bzw. aus dem Hindernis heraus schwamm. 10998006_832951076780168_4928470097415984386_nDieser zog nun seine Bahnen am Grund des Sees und verlangte mir im Drill alles ab. Eine gefühlte Ewigkeit später konnten wir den Karpfen in die Maschen des Keschers führen. Der Anblick des bulligen Spieglers ließ die Spannung auf das Wiegen steigen. Bei 47lbs blieb der Zeiger stehen und war zu gleich mein neuer Personal Best. Geil! Was ein toller Augenblick welchen ich nie wieder vergessen werde und vor allem mit meinen Freunden teilen durfte, ohne deren Unterstützung dieser Fang gar nicht erst möglich gewesen wäre.

Ich habe an dem Spot 4 Tage keine Aktion verzeichnen können und bin froh, ihm treu geblieben zu sein. Gerade in der Phase wo es nicht „beißt“ kommt man ins Grübeln, hinterfragt sein Fischen, seine Taktik und verfällt dann leicht dazu, wieder alles zu verändern. Zwei Ruten fischte ich jedoch im offenen Wasser. Hier ist es eher angebracht, die Taktik immer wieder neu 10423815_1109922675703824_2361678604807246173_nanzupassen. Da wir mit 2-Mann am Swim 3 verweilten, konnten wir die Ruten so auf verschiedene Distanzen und Tiefen ablegen, um das gesamte Areal nach umherziehenden Karpfen abzusuchen. Den Spot am eigenen Ufer befütterte ich immer wieder mit unseren White Fish Garlic Boilies und verteilte diese großzügig im Bereich. Ich denke, dass die Karpfen, gerade an einem See wo das ganze Jahr an 365 Tagen Angeldruck herrscht, eher die kleinen Futterplätze meiden oder sehr vorsichtig fressen. Die meisten Angler fahren ihre Montagen mit Futterboot auf die Spots. Es ist immer einen Versuch wert, anders zu fischen als andere. Sprich, große Futterplätze anlegen, die Rute auswerfen oder die Montage nicht direkt auf dem Futterplatz ablegen, sondern am Rande zu fischen. Diese Umstände machen die Angelei so spannend, denn den Weg zum Erfolg muss man sich oftmals hart erarbeiten.

CIMG2038 [1024x768]Leider durften wir alle in der letzten Nacht zu viel schlafen und es blieb bei unseren Fangerfolgen. Gerade das wechselhafte Wetter und der Angeldruck fordern einem alles ab. Aber das Gefühl, sich an einem See zu befinden, wo jeder „Piepser“ einen 30kg Fisch bedeuten kann, ist etwas sehr besonderes. Wir können jedem wärmstens dieses Gewässer weiterempfehlen. Wenn man große Fische erwartet und eine Herausforderung sucht, kommt man am Vallee Lake 1 nicht vorbei. Auch wem Service und Komfort wichtig sind, wird nicht enttäuscht werden.

 

Nochmal besten Dank an Jereon Albers von www. thecarpspecialist.com für den wie immer netten Kontakt und der sehr guten Betreuung vor und nach dem Trip.

 

Tight Lines

Heiko Olthoff

 


 

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